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PODCAST

27. Jan. 2026, 23_27_46.png

Podcast – die nicht ganz so neue Allzweckwaffe für mediale Aufmerksamkeit

Podcasts sind kein neues Phänomen. Erste Formate entstanden bereits Anfang der 2000er-Jahre, der Begriff „Podcast“ wurde 2004 geprägt. Spätestens seit den 2010er-Jahren haben sich Podcasts als festes Medium etabliert. Was sich jedoch grundlegend verändert hat, ist ihre Form: Der klassische Podcast als reines Audioformat ist heute häufig nur noch ein Teil eines deutlich größeren, multimedialen Gesamtkonzepts.Moderne Podcasts sind in der Regel Videoformate mit starkem Audiofokus.

Das Herzstück der Produktion ist dabei jedoch nicht allein die vollständige Podcastfolge – so überraschend das zunächst klingen mag. Der Grund liegt auf der Hand: Unsere mediale Welt ist schnelllebig, Aufmerksamkeitsspannen sind kurz. Eine Podcastfolge mit einer Länge von 15 bis 50 Minuten wirkt auf viele Social-Media-Nutzer zunächst wie eine Ewigkeit. Hinzu kommt, dass Podcasts – unabhängig vom Thema – immer eine klar definierte Zielgruppe ansprechen.Daraus hat sich ein wirkungsvolles Prinzip entwickelt: Nicht die lange Folge erzeugt Reichweite, sondern ihre Highlights. Kurze, prägnante Ausschnitte einzelner Podcastfolgen werden gezielt für soziale Netzwerke aufbereitet und ausgespielt – und gehen dort nicht selten viral.

Ein Format für alle Plattformen

Vom Podcast zur crossmedialen Content-Maschine

In der Praxis bedeutet das: Wir produzieren nicht einfach einzelne Episoden, sondern ganze Podcast-Staffeln – beispielsweise sechs Folgen. Jede Folge wird mit bis zu drei hochauflösenden Kameras aufgezeichnet: eine Perspektive auf den Gast, eine auf den Gastgeber sowie eine Totale oder – alternativ – eine zweite Gastperspektive.

Die vollständigen Folgen werden klassisch geschnitten und in Formaten wie 16:9 oder 21:9 auf Plattformen wie der eigenen Website oder YouTube veröffentlicht. Aus jeder Folge werden anschließend die inhaltlichen Höhepunkte herausgearbeitet. Diese sogenannten Highlights haben eine Länge von maximal 60 Sekunden – kürzer ist häufig besser – und transportieren die stärksten Aussagen, Emotionen oder Diskussionspunkte der Folge.

Diese Clips werden gezielt für Social Media im Hochkantformat (9:16) produziert. So entsteht eine plattformübergreifende, crossmediale Nutzung der Inhalte. Die Highlights funktionieren eigenständig als Social-Media-Content, bewerben gleichzeitig aber immer auch die vollständige Podcastfolge. Das Ergebnis ist eine äußerst nachhaltige Produktion, bei der aus einer Aufzeichnung zahlreiche, zielgruppengerechte Inhalte entstehen.

Planungssicherheit, Authentizität und Nähe

Podcastproduktionen sind zudem sehr gut planbar. Zeitlicher Rahmen, Ort und Ablauf sind klar definiert. Sowohl Moderatorinnen und Moderatoren als auch Gäste – insbesondere solche ohne Medienerfahrung – verlieren in der Gesprächssituation schnell ihr Lampenfieber. Die Kameras treten in den Hintergrund, das Gespräch steht im Vordergrund.

Für das Publikum entsteht dadurch ein entscheidender Mehrwert: Zuschauerinnen und Zuschauer haben das Gefühl, Teil eines authentischen Gesprächs zu sein – nicht Zuschauer einer inszenierten Produktion. Genau diese Nähe macht Podcasts so wirksam.

Audio bleibt – zusätzliche Reichweite inklusive

Neben der visuellen Ausspielung werden die Produktionen selbstverständlich auch als reine Audioformate genutzt und auf gängigen Plattformen wie Spotify veröffentlicht. So wird zusätzlich eine Zielgruppe erreicht, die Podcasts klassisch unterwegs oder nebenbei konsumiert.

Beispielarbeit: Podcastproduktion im politischen Kontext

Gezeigt wird eine exemplarische Podcastproduktion aus dem Kommunalwahlkampf 2025 im Kreis Lippe (NRW). Der Kunde ist Meinolf Haase, den ich im Rahmen seines Wahlkampfs intensiv medial begleiten durfte. Herr Haase gewann die Landratswahl. Zu sehen sind die Folge 1 - 3 des Podcasts als vollständige Episode, veröffentlicht auf dem YouTube-Kanal des Kunden, sowie eine Auswahl der daraus entwickelten Reels für Social Media.

 

Die lange Podcastfolge bildet das inhaltliche Fundament des Formats. Sie schafft Raum für Tiefe, persönliche Einordnung und politische Inhalte jenseits klassischer Wahlkampfkommunikation.

 

Aus diesen Folgen wurden gezielt kurze Schlaglichter herausgearbeitet – Reels, die prägnante Aussagen, Haltung und Kernthemen auf den Punkt bringen.

 

Diese Reels funktionieren eigenständig als Social-Media-Content, sprechen auch Nutzerinnen und Nutzer an, die sich zuvor nicht aktiv mit dem Kandidaten oder dem Wahlkampfthema beschäftigt haben, und erzeugen so zusätzliche Reichweite. Gleichzeitig verweisen sie auf das Gesamtformat und bewerben die vollständige Podcastfolge.

 

Die Produktion zeigt exemplarisch, wie sich aus einer klar geplanten Podcastaufnahme eine nachhaltige, crossmediale Medienstrategie entwickeln lässt:ein langes Format für Glaubwürdigkeit und Tiefe – kurze Clips für Sichtbarkeit, Reichweite und Aufmerksamkeit im Wahlkampf.

Dorf vs. Stadt
00:43
Schluss
00:24
Schützenkönig
00:56
Opa Meinolf
00:39
Neuer Wind
00:42
Fragen über Fragen
00:24
Kennzeichen
00:24
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